Geschichte der Erich Kästner-Schule

Erich Kästner-Schule Quickborn (Sie wird 1993 nach Erich Kästner benannt. Erst nach der Entscheidung erfahren wir, dass der Autor in seinem Testament verfügt hat: "Keinen Bindestrich zwischen meinen Namensteilen!". Somit stellt sich natürlich oft die Frage: "Ja wissen denn die in der Hauptschule nicht mal, wie man das richtig schreibt?")

Die schönste Schule in Quickborn war sie jahrelang, weil sie die einzige im Ort war. Sie war auf alle Fälle die älteste Schule in Quickborn, und dies kann ihr niemand streitig machen.

In einem Protokoll wird 1716 erwähnt, dass bereits seit 1673 Unterricht stattfand, in dem ehemaligen Kätner-Haus, das die Gemeinde 1664 nebst Garten und Feldern für 285 Mark und 26 Schillinge erwarb und als Küsterei nutzte. 1763 brannte es ab und man errichtete 1764 ein neues Schulhaus für 1286 Taler und 3 Schillinge. 1872 wurde dieses Schulhaus zu klein, man riss es ab und erbaute an Ort und Stelle ein neues. Stimmt die Quickborner Chronik, so stammt das vorhandene Grundgemäuer im Verwaltungstrakt (gelbes Hauptgebäude), wo sich Schulleiter-, Geschäfts- und Lehrerzimmer befinden, aus dem Jahre 1872. Der Neubau wurde damals für drei Klassen und zwei Lehrerwohnungen konzipiert. Unsere Schule hat in ihrer Geschichte nicht nur Schüler gesehen; in den vergangenen 229 Jahren waren oft durchziehende Soldaten, oder wie im letzten Weltkrieg unzählige Flüchtlinge, Vertriebene, Ausgebombte für kurze Zeit hier notdürftig untergebracht.

Bis in die 60er Jahre hinein wurde nun ständig an- und umgebaut, aufgestockt und erweitert, bis dann schließlich im Jahre 1962 heutige der Westtrakt fertiggestellt wurde.

Eindrücke aus der Geschichte

Bereits im Jahre 1673 wird urkundlich Unterricht im Hause des Kätners Johann Schlüter, das die Gemeinde gekauft hatte, abgehalten. In den folgenden Jahren (1763) brannte sie ab, wurde wieder aufgebaut (1764) und auch umgebaut 1829), es wurde neugebaut (1872), angebaut und aufgestockt (1896, 1913, 1938) ........ bis in unsere heutige Zeit.

Der letzte größere Anbauakt geschah im Jahre 1962, als der so genannte Westtrakt (Neubau) erbaut und durch einen überdachten Gang mit dem Osttrakt verbunden wurde; das alte Gebäude erhielt gelbe Klinker, um äußerlich dem Neubau angepasst zu werden.



Schülerzahlen

1673
sollen es 110 bis 120 Schüler gewesen sein, die alle in einer Klasse unterrichtet werden. 2005 sind es 297 in 15 Klassen. 2007 sind es ca. 250 Schüler in 12 Klassen.
Den Höchststand erreichte die Schule 1969 mit 977 Kindern.


Die reine Hauptschule

Der Plan zur Trennung von Grund- und Hauptschule wurde hier geschmiedet (Rektor Krück: 1963-1986). Unsere Schule wurde dann die erste reine Hauptschule im Land Schleswig-Holstein. Durch diese Trennung mussten Goethe- und Waldschule ihre "Oberstufe" an uns abgeben, in Quickborn war nur eine Hauptschule erlaubt. Die Grundschüler wanderten nun zum Mühlenberg, wo dann die dritte Grundschule Quickborns entstand.


Chronik der „Erich Kästner-Schule“ [sic!] von Quickborn in den Jahren 1673 - 2007

1673
Gemeinde kauft das Haus des Kätners Johann Schlüter und richtet es zu einer Küsterei ein
1763 Schule brennt ab
1764 Neubau für 1286 Taler und 3 Schillinge
1829 wird die Schule zweiklassig
1872 Abbruch und Neubau mit 3 Klassenräumen und Wohnung für 2 Lehrer
1886 Aufstockung des Nordendes mit 2 Klassenräumen
1913 Anbau des Südflügels mit 4 Klassenräumen, Legen von elektrischem Licht und einer Zentralheizung
1938 wird der mittlere Teil des Gebäudes hochgezogen. Nordflügel wird aufgestockt
1962 Ost- und Westseite der Schule werden mit gelben Klinkern versehen....

1963 Rektor Krück übernimmt die Schulleitung.

1986 Rektor Krück geht in Pension. Konrektor Markmann leitet die Schule kommissarisch.

1987 Rektorin Tappe übernimmt die Schulleitung.

1970 Die Volksschule wird zur reinen Hauptschule. Grundschüler werden am Mühlenberg beschult.

1991 Schulabgänger, die keine Lehre oder andere weiterführende Schulen besuchen können, finden erstmals in einer 10. Klasse Aufnahme, um hier ihre Fähigkeiten und Leistung zu stabilisieren oder verbessern.

1993 Die Hauptschule erhält im Mai einen Namen. Sie wird nach Erich Kästner benannt. Erst nach der Entscheidung erfahren wir, dass der Autor in seinem Testament verfügt hat: "Keinen Bindestrich zwischen meinen Namensteilen!". Somit stellt sich natürlich oft die Frage: "Ja wissen denn die in der Hauptschule nicht mal, wie man das richtig schreibt.......?"

2001 werden zum ersten Mal nach langer Zeit Überlegungen angestellt, wie man der Schule zu einer besseren Raumsituation verhelfen könnte. So gibt es (für andere Schulen selbstverständlich) keine Pausenhalle, keine Aula, kein Aufenthaltsraum für Fahrschüler. Die Pläne zur Erweiterung und Umgestaltung sind vom Architekten Nuckel bereits fertiggestellt, nun fehlt nur noch die Genehmigung zur Ausführung.
Rektorin Schröder übernimmt die Schulleitung.

2002 im Juli wird im Quickborner Tageblatt berichtet, dass rund 40% aller Eltern der EKS und des benachbarten Förderzentrums (EBS) sich für die Einrichtung einer Ganztagsschule aussprechen, die vom Bund bzw. Land gefördert und bezuschusst werden würde.

2003 ist die EKS TOP-Schule des Monats April des Landes.
Im November nimmt nach langem Ringen die Ganztagsschule als "Offene", d.h. auf freiwilliger aber dann verbindlicher Basis ihre Arbeit auf. Geboten werden diverse Kurse aller Sparten und eine Hausaufgabenbetreuung. Gegessen wird bis zur Fertigstellung der Mensa im Haus der Jugend.

2004 beginnt der Umbau. Geplant: Pausenhalle, Mensa, Gruppenräume für die Ganztagsbetreuung sowie Büro und neue Sanitäranlagen. Im Januar werden alte Platten abgerissen und Zäune zum Schutz beim Pausenbetrieb gesetzt. Dann ruht der Betrieb für ein Jahr wegen einer finanziellen Fehlkalkulation.

Im Herbst erscheint die erste Schülerzeitung "Quick Quack" nachdem es an der EKS seit fast 20 Jahren keine mehr gab, zuletzt unter Rektor Krück 1985.

Eine neue Schulpartnerschaft mit einem Gymnasium in Riga/Lettland wird ins Leben gerufen, um dort unter Obhut der Rotarier Quickborn und der Johanniter Unfallhilfe, vor Ort das Projekt "Hilfe für die Straßenkinder von Riga" zu begleiten.

2005 im Mai ruht der Bau erneut. Im Altbau werden morsche tragende Balken entdeckt. Mehrere Räume, auch Klassenräume müssen geschlossen werden. 275000 Euro kostet allein diese Sanierung. Im Herbst sind die Kosten auf 1,7 Millionen Euro gestiegen. Und: Der Schulbetrieb geht weiter trotz unzumutbarem lautem und staubigem Baubetrieb. Auch der weitere Ausbau der Mensa wird wegen morscher Deckenbalken gestoppt.

Zum Sommer geht der langjährige (38 Jahre insgesamt im Dienst) Konrektor Uwe Markmann in den Ruhestand.
Die Schule hat mit 280 Schülern einen neuen Höchststand, nachdem die Zahl in den Jahren davor fast unter die 200 gerutscht wäre.
Eine Schülerfirma wird gegründet, die Schulmaterial, wie Stifte, Hefte etc. sowie Schulkleidung im Angebot haben.
Für die 8. Klassen startet das "Jobhunting", umfassende begleitende Maßnahmen zur Berufsfindung.

2006 werden die Sanitäranlagen zwecks Neubaus geschlossen. Lehrer und Verwaltungspersonal müssen zusammen mit den Schülern einen mobilen Toilettencontainer aufsuchen.

Dann im Sommer, fast drei Jahre nach Baubeginn - der Umbau ist vorläufig abgeschlossen - werden endlich Mensa, Pausenhalle und neue Toilettenräume mit angrenzenden Räumen ihrer Bestimmung übergeben, und die Schüler können ihr Mittagessen in der neuen Mensa zu sich nehmen.

2007 Nach der Pensionierung von Frau Schröder übernimmt Herr Ackmann die EKS kommissarisch.

2010 Die EKS wird Teil der neuen Comenius-Schule in Quickborn. Schulleiter wird Herr Kelber, Konrektor wird Herr Voigt.